Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


gs:w:1982

1982 - Weltmeisterschaften in München

International setzte sie der Weltverband AIBA immer mehr für alle Belange des Boxsports ein. Das reichte von der Trainerausbildung bis zur Bereitstellung von Materialien in den Ländern Asiens und Afrikas. Durch die Mitarbeit in diesem Kreis versprach sich die Führung des DABV mehr Einfluss auf Geschehen und Reglungen. Die Sicherheit der Boxer stand als zentrales Problem im Vordergrund. Zuerst sollten die Kämpfer mit unterschiedlichen Handschuhen antreten. Bis zum Weltergewicht gab es die bisher üblichen 8 uz Handschuhe und die schwereren Gewichtsklassen sollten mit 10 uz Handschuhen kämpfen. Aber auch Kopfschutz und Rundenzeiten, Kampfrichterauswahl und die Ausrichtung großer Veranstaltungen waren neu zu regeln, denn mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaften in München war der DABV Mitgestalter der internationalen Wettkampfszene und musste seine Termin dem Weltsport unterordnen. Doch wie konnte der Verband auch erfolgreich sein? Gingen doch Talente zum Berufssport, ohne vorher im Amateurlager auf internationale Erfolge verweisen zu können. Um zu verhindern, dass gute Amateure vor großen internationalen Veranstaltungen das Lager wechselten, gab es Kontakte mit Profiveranstaltern. Lange war der Unterschied, das Trennende und das Gemeinsame beider Boxsportverbände diskutiert worden. Aber es überwogen keine Vorteile für den Amateursport. Gleichzeitig trainierten einige Spitzenathleten mit Profis, um sich auf die Welttitelkämpfe bestens vorzubereiten. Alle Leistungsträger waren stark belastet, obwohl sie unter optimalen Bedingungen in Hennef trainierten. Gleichzeitig setzten die Wettkämpfe für die Bundesliga ein. Die I. Bundesliga umfasste die Vereine von Mühlheim, Korbach, Leverkusen, Boxring Berlin und Gelsenkirchen/Erle. In der II. Bundesliga kämpften Eichstedt, Velbert, NSF Berlin, Frankfurt, Boxstaffel Baden und Speyer.

Die Oberliga war in West mit den Vereinen Flensburg, Düren, Köln und Ahlen und in Süd, mir den Vertretern von Kaiserslautern, Leonberg, Gmünd und Rhein-Main unterteilt. Trotz dieser Belastung folgten zentrale Lehrgänge und Turniere. Die galt es zu verkraften. Wenn ein Sportler wie Spürgin nachts von 2.30 Uhr bis 11.30 Uhr arbeitete, am Nachmittag trainierte, waren schwer Spitzenleistungen zu erreichen. Trotzdem war er in Siegerlisten verzeichnet!

Die gewachsenen Leistungsfähigkeit zeigte sich mit den Medaillen in Jambol, die von Heistermann, Künzler und Pichmann erkämpft werden konnten. Beim Chemiepokal in Halle errangen die Sportler Silber (H.Gertel) und Bronze (St. Gertel, Zielonke und Gottsmann). Der folgende Länderkampf gegen die CSSR ging wegen der nicht optimalen Besetzung mit 12:10 verloren. Doch weitaus erfolgreicher schnitten die Faustkämpfer beim Turnier in La Rochelle ab, das nicht so stark besetzt war, wie die Veranstaltungen im Osten. In diesen Turnier, wo Vertreter aus 16 Nationen kämpften, gab es Gold (Kopzog, Marlorny) Silber (Hussing) und Bronze (H.Gertel, Körper, Pflugrandt, Pichmann ). Mit intensiven Trainingslehrgängen und neuen Methoden (Verdopplung der Trainingseinheiten, psychische Vorbereitung – noch ohne Psychologen- Aufschreiben von Kampfabläufen, Kennzeichnung von Schwächen der Konkurrenz) endeten die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft in München. Bei diesem Turnier zeigten sich noch viele Unzulänglichkeiten, die trotz der guten Vorbereitungen auftraten. Es fehlten, obwohl es eine umfangreiche Werbung gab, viele Zuschauer. Auch die Kampfrichterleistungen konnten noch nicht befriedigen, denn bei einzelnen Kämpfen traten Bewertungsunterschiede bis zu acht Punkten auf. Wenn auch die AIBA 17 Punktrichter sperrte, war das Problem nicht gelöst. Zu spüren bekam es Schäfer mit seinem Urteil, der damit die Medaille verpasste. Nur Zielonka und Hussing konnten mit Bronze in die Medaillenwertung eingreifen. Die Zielstellung war damit nicht erreicht. Ein Sportler sollte das Finale bestreiten. So aber erschien der Abstand zur Weltspitze größer geworden zu sein. Mit diesen Leistungen war noch zu wenig internationale Repräsentanz zu erreichen. Durch die weitere Schulung der Sportler, wie vor der Weltmeisterschaft, könnte sich der Abstand verringern. Kritisch wurde die Existenz der Bundesliga hinterfragt. Ist sie notwendig? Da die Trainingsschwerpunkte eine intensivere und zielgerichtete Arbeit leisteten, war sie aus dieser Sicht nicht notwendig, vielleicht sogar hinderlich. Aber die nationale Bedeutung der Bundesliga für die Ausformung des Boxens war unbestritten.

Bei den folgenden Turnieren, dem Akropolis-Turnier mit den Plätzen zwei ( St. Gertel) und drei (Künzler) und dem Albena-Cup und dem 1. Platz von Heymann und Bauer und Silber für H. Gertel bestätigte sich das gewachsene Leistungsvermögen. Untermauert wurde diese Feststellung auch mit dem Länderkampfsieg im November gegen Dänemark (18:6). Doch für die Spitzenkräfte gab es keine Pause, denn die Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen vom 18.-20. November erforderten höchste Leistungen. Diese erreichten die neuen Titelträger: (ab Halbfliegengewicht) Dubielzig, Schwing, St. Gertel, Gies, W.Schäfer, Künzler, Kopzog, G. Rocchigiani, Weinand, Seiler, Pichmann, Hussing . Viele Funktionäre sahen mit großen Hoffnungen auf die Junioren EM in Schwerin. Doch die Ergebnisse mit Bronze (durch Niketta, Anton und R. Rocchigiani) bleiben hinter den Erwartungen zurück. Weit erfolgreicher war der Länderkampf am 10. Dezember in Wesel. Der konnte gegen die polnische Staffel mit 16:6 siegreich gestaltet werden. Bereits der 2. Vergleich, einige Tage später, ging mit 8:14 verloren.

Viele Veranstaltungen der kleinen und mittleren Vereine, neben den der Bundes- und Oberliga, belebten den Boxsport. In der I. Bundesliga sicherte sich Mülheim den Mannschaftsmeistertitel. Die II. Bundesliga hatte mit Velbert und Eichstett bis zum letzten Kampf zwei Bewerber um den Meistertitel, den Velbert jedoch gewann. In der Oberliga ließ sich Flensburg nicht von I. Platz verdrängen.

Zum Jahresausklang zeigte sich jedoch, dass es schwierig war, Mannschaften für die I. Bundesliga zu gewinnen, während die Staffeln der II. Liga und die Oberliga die Vergleiche begannen.


gs/w/1982.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

Seiten-Werkzeuge