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gs:o:1977

1977 - Jahr der Europameisterschaften in der DDR

Die Ausgangssituation für den Boxsport in der DDR war gut. Waren doch die bekanntesten Boxer der DDR in der AIPS Weltrangliste unter den sechs Besten zu finden und in der Europarangliste gab es durch Nowakowski, Bayer und Bachfeld sogar drei Mal den 1. Platz.

Diese internationalen Erfolge sollten entsprechend des Sportplanes 1) langfristig gesichert und ausgebaut werden. Deshalb gab es eine besondere Orientierung auf die DDR –Meisterschaft, denn deren Sieger sollten die Starter für die Europameisterschaft werden. Und damit weiter kontinuierlich der Nachwuchs gewonnen, geschult und systematisch im Training aufgebaut werden konnte, wurde der Wettbewerb zwischen den Sportvereinen, die Woche der Jugend und Sportler besonders hervorgehoben. Sie dienten der Vorbereitung der VI. Spartakiade.

Vom 22.-29. März 1977 fanden in Berlin die DDR-Meisterschaften mit 109 Aktiven statt. Die zwei erfolgreichsten Boxer des vorangegangenen Jahres Nowakowski und Bachfeld fehlten wegen Erkrankung. Von den Vorjahresmeistern konnten sechs wieder den Meistergürtel gewinnen: Geilich, Förster, Beyer, Rostankowski, Sachse und Fanghänel. Dabei waren es für Förster und Beyer der siebente Titelgewinn (hatte bisher es nur Tiepold –aktiv bis 1974 geschafft). Zum ersten Male errangen den Titel: Bonke, Fink, Zornow, K.-H. Krüger und Bauch. Umstritten endete der Kampf im Halbschwer zwischen Wittenburg und Sachse, der Sachse als Sieger sah. Die Juniorenmeister des vergangenen Jahres waren in das Turnier eingebunden und konnten alle eine Medaille erringen. Das zeigte die kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit der Nachwuchstrainer.

Zwei Monate Zeit blieben den ausgewählten Kaderkreis für die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Halle. 27 Landesverbände hatten ihre Meldung für diesen Wettkampf abgegeben. Dreizehn Veranstaltungen waren nötig, um aus den 146 Aktiven in 135 Kämpfen die Besten zu ermitteln. Die DDR-Boxer waren sehr gut vorbereitet und zogen mit acht Kämpfern in das Finale ein. Am Ende gab den Europameistertitel für Förster im Bantamgewicht, der bereits 1973 im Federgewicht diesen Meistergürtel eroberte und durch den 21-jährige Schweriner Nowakowski. Silber erkämpften sich:

in seinem 196. Kampf der Schweriner Zornow
in seinem 220. Kampf der ASK Athlet Beyer
in seinem 123. Kampf der 23 jährige ASK Sportler Krüger
in seinem 152. Kampf der 27 jährige Dynamo-Boxer aus Berlin, Wittenburg
in seinem 195. Kämpf erreichte Sachse das gleiche Resultat wie bereits 1971
in seinem 131. Kampf der 25-jährige Geraer Schwergewichtler Fanghänel

Das war damit die erfolgreichste Europameisterschaft für die Mannschaft des DBV.

In kleinen Landgemeinden im Kreis Salzwedel trugen die Junioren ihre Landesmeisterschaft aus. In den einzelnen Gewichtsklassen siegten:

Papiergewicht. 	( 3 Teilnehmer) – Runge, SC Traktor Schwerin
Halbfliegengewicht 	(3 Teilnehmer) – Schink, SG Wismut Gera
Fliegengewicht 	(8 Teilnehmer) – Kegebein, SC Traktor Schwerin
Bantamgewicht 	(8 Teilnehmer) – Frehse, SC Traktor Schwerin
Federgewicht 		(8 Teilnehmer) – Schreiber, SC Traktor Schwerin
Leichtgewicht 	(5 Teilnehmer) – Salbach, SC Chemie Halle
Halbweltergewicht 	(7 Teilnehmer) – Lieser, SC Chemie Halle
Weltergewicht 	(7 Teilnehmer) – Schwabbauer, SC Traktor Schwerin
Halbmittelgewicht 	(8 Teilnehmer) – Kantorek , SC Traktor Schwerin
Mittelgewicht 	(7 Teilnehmer) – Schuhmann, SC Dynamo Berlin
Halbschwergewicht 	(8 Teilnehmer) – Gottschalk, Dynamo Neubrandenburg
Schwergewicht 	(7 Teilnehmer) – Kaden, SG Wismut Gera

Die Bestenermittlung der Junioren startete mit den Finalkämpfen in Ilmenau. Die Sieger:

Kahmann-Dyn Leipzig, Lange-Motor Dessau, Flügge-Motor Babelsberg, 
Peters-Lok Mühlhausen, Buchwals- Traktor Könnern, Heyer- Chemie Rodeleben, 
Erdmann- Wittenberge, Bierbaum-Schwedt, Schmotz- Mühlhausen, Kobsik- Gera, 
Gottschalk- Neubrandenburg, Kühnhold -Wandersleben

In Eisenhüttenstadt kämpften die Jugendboxer ihre Meisterschaft aus. Die Meister des Jahrganges 1977:

Quenzel - SC Chemie Halle, Rauschning - SG Wismut Gera, 
Stachewicz - ASK Frankfurt, Koch - ASK Frankfurt, Holonics - SG Wismut Gera, 
P.Krüger - SC Traktor Schwerin, Matzke - SC Chemie Halle, 
Bernau - SC Traktor Schwerin, Rubel - SC Traktor Schwerin, 
R.Steffen - ASK Frankfurt, Rabe - SC Chemie Halle, 
Mudra - SC Cottbus und Walter – SC Traktor Schwerin

Die Bestenermittlung der Jugend fand in Ribnitz –Damgarten statt. Es hatten sich 52 Aktive über die vorausgegangenen Veranstaltungen qualifiziert. Dennoch gab es große Unterschiede in der technischen und konditionellen Ausbildung. So endeten neun der 25 Halbfinalkämpfe vorzeitig. Den besten Kampf lieferten sich im Halbfliegengewicht Rauschning (BSG Wismut Gera) und Bölke (Weißwasser). In der Wertung der Bezirke erreichte der Bezirk Rostock vor Halle und Gera die meisten Punkte.

Die 3. DDR-Bestenermittlung der Senioren fand in Görlitz und Cunewalde statt. Die Besten wurden aus Hennigsdorf und aus dem Bezirk Magdeburg erwartet. Und das waren die Sieger der Bestenermittlung:

Marschner - Hennigsdorf, Matthes - Hennigsdorf, Purschke - Dynamo Leipzig, 
Schmidt - Magdeburg, Helmbold - Gera, Müller - Hennigsdorf, 
Staak - Wittenberge, Hofmann - Babelsberg, Klotzsch - Hennigsdorf, 
Steffens - Hennigsdorf, Meissner - Dabel 

Der Höhepunkt für die Kinder und die Jugendlichen, die VI. Kindner- und Jugendspartakiade in Leipzig sollte 61 Spartakiadesieger in den vier Altersklassen ermitteln. Die Ausscheidungskämpfe begannen in drei Ringen in der Messehalle in Leipzig vor vielen Zuschauern. In der Alterklasse 13 siegten unter anderem: Tews, Frehse, Schwarz, Lange, Maske und Haupt.

Die Namen der Aktiven der Altersklasse 14, die in den späteren Jahren noch entscheiden die Boxgeschichte mit prägten sind: S. Mehnert, Benske, Timm, Demmler und Negraszus.

Für die VIII. DDR Studentenmeisterschaften in Cottbus hatten sich 40 Aktive aus 13 Fach-Hochschulen und Universitäten eingeschrieben, die sich in neun Gewichtsklassen um die Meisterschaft bewarben. Unter den Augen von Präsidiumsmitgliedern des Boxverbandes, der Leitung der Universität und des Bezirkes wurden die Meister ermittelt, die als Qualifikation als „16. Bezirk“ auch die Startberechtigung für die DDR-Bestenermittlung erhielten. Die Meister ab Leichtgewicht:

Marschner, Kamper, Riedel, Straßburg, Marx, Kokott, Korn. 

Als beste Mannschaft erwies sich erneut die DHfK aus Leipzig.

Die 20. DDR- Mannschaftsmeisterschaft sollte in einer Turnierform an drei Wochenenden, an denen keine internationalen Verpflichtungen einzugehen waren, ausgetragen werden. Jede der acht eingetragenen Staffeln hätte fünf Wettkämpfe austragen müssen. Aber ganze fünf Wettbewerbe wurden entsprechend der Ausschreibung ausgetragen und Meister Schwerin sicherte sich gegen Gera den Titel. Der 3.Platz wurde nicht ausgekämpft. Aber auch in der Jugend-und Juniorenoberliga sah es ähnlich aus, denn auch hier gab es unzureichende Entwicklungen durch die ungenügende Arbeit der Verbandsleitung.

1977 war ein Jahr vieler Boxturniere, so dass nur ein kleiner Überblick gegeben werden kann. Das Internationale Boxturnier von Berlin mit 118 Teilnehmern aus 21 Ländern war eines der größten und am stärksten besetzt. Die DDR stellte mit 31 Aktiven das umfangreichste Kontingent. Aber sie stellte mit einem Durchschnittsalter von 20,8 Jahren auch sehr junge Aktive in den Ring. Die Sieger des DBV dieses Turniers waren: Förster, Fink, Bachfeld und Fanghänel. Hinzu sind noch die sechs Silber- und 10 Bronzemedaillen zu rechnen, die erkämpft wurden. Somit sind fast zwei Drittel der eingesetzten Boxsportler Medaillenträger. Damit demonstrierte der DBV bei einen der größten internationalen Turniere seine gewachsene Leistungsfähigkeit. Weitere Ergebnisse internationaler Turniere:

SKDA Meisterschaft in Kuba: Silber im Weltergewicht durch Krüger
Dynamo-Spartakiade in Ulan-Bator: Silber im Weltergewicht durch Schneider
Turnier in Ostrava: 2. Plätze durch Künzel, Hebecker und Meyer
Beim Turnier um den „Goldenen Handschuh“ in Belgrad siegten Marx, Kegebein und Fanghänel
Beim Steinmetz-Cup in Ungarn hießen die Sieger Käsebier und Andreaß.
Das Katowicer Turnier gewannen Straßburg und D. Meyer.

1) Boxring 2/1977, S. 3
gs/o/1977.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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